Liebe Genoss*innen,
Bei den Grossratswahlen im März haben wir mit riesiger Hilfe von euch alle Prozente zulegen können. Mit 21,1 % Wähleranteil und drei Sitzgewinnen kommen wir nun auf 36 Sitze und bleiben die zweitstärkste Partei im Kanton Bern. Doch neben der Freude gibt es auch Sorge. Wir erlebten einen heftigen Rechtsrutsch bei den Wahlen. Die nächsten 4 Jahre werden schwierig sein für eine queerfeministische Politik, für eine progressiv-inkludierende Politik und für eine solidarische Gesundheitspolitik.
Gerade deshalb werden wir an der Mitgliederversammlung über die neue LGBTIAQ+ Mental Health Strategie,welche die LOS mit den anderen Dachverbänden publiziert hat, diskutieren und Schlussfolgerungen ziehen. Schon andere Studien belegen eindeutig, dass queere Menschen in der Schweiz psychisch stärker belastet sind als der Durchschnitt. Die Wahrscheinlichkeit für einen Suizidversuch ist viermal höher. Jede vierte queere Person hat in den letzten fünf Jahren körperliche oder sexuelle Übergriffe erlebt. Und viele verzichten aus Angst vor Diskriminierung auf notwendige medizinische Hilfe.
Damit wir diese Probleme angehen und Lösungen finden können, braucht es eine queere Politik, welche nur die sozialdemokratische Partei bieten kann. Politik passiert jedoch nicht nur alle paar Jahre an der Urne und im Parlament, sondern auch über Demonstrationen, Referenden und Aktionen auf der Strasse. Damit wir dabei mit voller Kraft Druck auf das bürgerliche Parlament ausüben können, brauchen wir eine starkaufgestellte SP queer Kanton Bern. Hierfür suchen wir noch Verstärkung für den Vorstand. Nur gemeinsam können wir unseren Kanton Bern verändern und die soziale Kälte
bekämpfen.
Queere Grüsse Mohamed Abdirahim (er)
Co-Präsident SP queer Kanton Bern
